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KI-Telefonassistent für die Arztpraxis: Terminannahme ohne Dauerbesetztzeichen

Wie ein KI-Telefonassistent in der Arztpraxis Termine, Rezeptwünsche und Rückrufe annimmt, was er nicht darf und was er kostet. Mit Beispielablauf.

Redaktion Agile Voice · ·10 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein KI-Telefonassistent nimmt in der Praxis mehrere Anrufe gleichzeitig an, sortiert sie nach Anliegen (Termin, Rezept, Überweisung, Befundfrage) und übergibt strukturierte Rückruflisten an das Praxisteam.
  • Notfälle erkennt er an festgelegten Stichworten und verweist sofort auf 112 bzw. den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117. Medizinische Einschätzungen, Befundauskünfte und Krankschreibungen bleiben Sache der Praxis.
  • Gesundheitsdaten sind besonders geschützt (Art. 9 DSGVO, § 203 StGB): Auftragsverarbeitungsvertrag, Verschwiegenheitsverpflichtung, Datensparsamkeit und Aufzeichnung standardmäßig aus.
  • Für Praxen zählt vor allem die Zahl gleichzeitiger Anrufe zur Morgenspitze. Wer nur Überlauf und Randzeiten abdeckt, kommt mit deutlich weniger Minuten aus.
Inhalt (8 Abschnitte)

Montag, 7:58 Uhr. Die Praxis öffnet in zwei Minuten, und auf der Anlage blinken schon vier Leitungen. Am Tresen stehen drei Patienten mit Versichertenkarte, im Labor wartet die Blutabnahme. Die Medizinische Fachangestellte nimmt ab, sagt „Einen Moment bitte“ und legt den Hörer wieder hin. Wer jetzt anruft, hört das Besetztzeichen, oft eine halbe Stunde lang.

Ein KI-Telefonassistent für die Arztpraxis löst genau diesen Engpass: Er nimmt mehrere Anrufe gleichzeitig an, klärt, ob es ein Notfall ist, und nimmt Terminwünsche, Rezeptbestellungen und Rückrufbitten strukturiert auf. Das Team arbeitet die Liste ab, wenn am Tresen Luft ist. Was er nicht tut: medizinisch beraten, Befunde mitteilen oder Krankschreibungen ausstellen. Dieser Beitrag zeigt einen vollständigen Beispielablauf, die Rechtslage, realistische Kosten und die Einführung in sechs Schritten.

Welche Anrufe ein KI-Assistent in der Praxis übernehmen kann

Ein großer Teil der Praxisanrufe wiederholt sich jeden Tag. Genau diese Anliegen eignen sich, weil sie einem festen Muster folgen und das Ergebnis eine klare Aufgabe für das Team ist.

Anliegen Eignung Was der Assistent tut Was danach passiert
Terminwunsch (Routine, Vorsorge, Kontrolle) sehr gut Grund grob einordnen, Zeitfenster und Erreichbarkeit erfragen; mit Schnittstelle direkt buchen Team bestätigt oder Termin steht schon
Termin absagen oder verschieben sehr gut Name, Geburtsdatum, betroffener Termin Team gibt den Slot frei
Folgerezept sehr gut Medikament, Stärke, Packungsgröße, Abholweg erfragen Ärztin prüft, Praxis stellt E-Rezept aus
Überweisung gut Fachrichtung, Anlass, Versichertenstatus Team bereitet vor
Öffnungszeiten, Urlaub, Vertretung, Anfahrt sehr gut antwortet aus der Wissensdatenbank –
Befund- und Laborfragen nur Aufnahme Rückrufwunsch aufnehmen, keine Inhalte nennen Ärztin ruft zurück
Akute Beschwerden nur Weiterleitung Notfallfragen, 112 oder 116117 nennen, ggf. Weiterleitung –
Wunsch nach telefonischer Krankschreibung nur Aufnahme Rückrufwunsch für die Ärztin aufnehmen Ärztin entscheidet im Gespräch

Die Faustregel lautet: Alles, was das Team heute auf einen Zettel schreibt und später erledigt, kann der Assistent aufnehmen. Alles, wofür heute die Ärztin ans Telefon muss, bleibt bei ihr.

Beispielablauf: Hausarztpraxis mit zwei Ärztinnen

Beispiel: Eine hausärztliche Gemeinschaftspraxis mit zwei Ärztinnen und drei MFA. Der Assistent übernimmt Anrufe, wenn alle Leitungen besetzt sind, in der Mittagspause und nach Praxisschluss. Ziel: Kein Anruf geht verloren, das Team bekommt eine saubere Liste.

  1. 1

    Begrüßung mit KI-Hinweis

    „Guten Tag, Sie sind verbunden mit der Hausarztpraxis Dr. Weber und Dr. Aydin. Ich bin der digitale Telefonassistent der Praxis, ein KI-System. Ich nehme Ihr Anliegen auf und das Team meldet sich bei Bedarf zurück.“

  2. 2

    Notfallfrage zuerst

    „Handelt es sich um einen medizinischen Notfall?“ Bei Ja oder bei Stichworten wie Brustschmerz, Atemnot, Lähmung, Bewusstlosigkeit: „Bitte legen Sie auf und wählen Sie sofort die 112.“ Außerhalb der Sprechzeiten bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden: Hinweis auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117.

  3. 3

    Anliegen klären

    „Worum geht es? Möchten Sie einen Termin, ein Rezept, eine Überweisung oder etwas anderes?“ Der Agent versteht auch freie Antworten wie „Ich brauch wieder meine Blutdrucktabletten“.

  4. 4

    Identifikation mit Datensparsamkeit

    Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Rückrufnummer. Die Nummer liest der Agent zur Bestätigung zurück. Keine Fragen nach Diagnosen oder Vorerkrankungen.

  5. 5

    Anliegen-spezifische Pflichtfragen

    Termin: Grund in einem Satz, bevorzugte Tage und Uhrzeiten, Neu- oder Bestandspatient. Rezept: Name des Medikaments, Stärke, Packungsgröße. Überweisung: Fachrichtung.

  6. 6

    Zusammenfassung und Abschluss

    „Ich fasse zusammen: Folgerezept für Ramipril 5 mg, 100 Stück, Rückruf unter 0151 … Das Team bearbeitet Ihr Anliegen bis morgen Mittag. Ist sonst noch etwas?“ Danach endet das Gespräch.

Nach dem Anruf liegen in der Übersicht Transkript, Gesprächszusammenfassung und die erfassten Felder vor, etwa „Anliegen: Folgerezept“, „Medikament: Ramipril 5 mg“, „Rückruf: ja“. Das Team filtert morgens nach Anliegen und arbeitet zuerst alle Rezepte, dann alle Terminwünsche ab.

Termine: drei Wege von der Rückrufliste bis zur Direktbuchung

Wie weit der Assistent bei Terminen geht, hängt weniger von der KI ab als von Ihrer Software.

1. Strukturierte Rückrufliste. Der Assistent nimmt Wunsch und Zeitfenster auf, das Team trägt den Termin in die Praxissoftware ein und bestätigt per Rückruf oder SMS aus dem eigenen System. Das funktioniert mit jeder Software und ist der sicherste Start.

2. Buchung über eine Schnittstelle. Bietet Ihr Online-Terminsystem oder Ihre Praxisverwaltungssoftware eine API für freie Termine und Buchungen, kann der Assistent während des Gesprächs freie Slots abfragen und direkt buchen. Fragen Sie Ihren Hersteller konkret: „Gibt es eine dokumentierte Schnittstelle, über die ein externer Dienst Termine lesen und anlegen darf?“ Viele Systeme bieten das nicht oder nur für eigene Zusatzprodukte.

3. Separates Buchungssystem für bestimmte Terminarten. Manche Praxen buchen Impftermine, Vorsorge oder Erstgespräche über einen eigenen Kalender, etwa Calendly. Der Assistent bucht dort, die Praxis übernimmt die Termine in ihr System.

Was der Assistent in der Praxis nicht darf und nicht soll

Die Grenzen sind in der Medizin enger als in anderen Branchen. Legen Sie sie im Ablauf ausdrücklich fest, nicht nur im Hinterkopf.

Zusätzlich empfehlenswert:

  • Keine Auskunft an Dritte. Ruft jemand für einen Angehörigen an, nimmt der Assistent nur den Rückrufwunsch auf und gibt keine Informationen heraus.
  • Klare Weiterleitungsregel. Etwa: Wenn ein Patient zweimal sagt, dass er einen Menschen sprechen möchte, wird während der Sprechzeiten an eine bestimmte Nummer weitergeleitet, sonst Rückruf zugesagt.
  • Wissen nur aus geprüften Quellen. Öffnungszeiten, Urlaubsvertretung, Impfangebote und Selbstzahlerpreise kommen aus einem Dokument, das das Team pflegt. Kein freies Antworten zu medizinischen Fragen.
  • Ansage bei Praxisurlaub. Vertretungspraxis, Bereitschaftsdienst und Wiederöffnung gehören tagesaktuell in die Wissensdatenbank.

Datenschutz und Schweigepflicht: worauf Praxen achten müssen

Gesundheitsdaten gehören zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO. Schon die Information, dass jemand ein Folgerezept für ein bestimmtes Medikament bestellt, ist ein Gesundheitsdatum. Dazu kommt die ärztliche Schweigepflicht (Stand: Oktober 2026).

Rechtsgrundlage. Die Verarbeitung zur Terminvereinbarung und Behandlungsorganisation stützt sich auf Art. 9 Abs. 2 lit. h DSGVO in Verbindung mit dem Behandlungsvertrag. Der Assistent darf nur verarbeiten, was dafür erforderlich ist.

Auftragsverarbeitung. Der Anbieter des Assistenten ist Auftragsverarbeiter. Sie brauchen einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO und die Liste der Unterauftragsverarbeiter. Fragen Sie konkret, wo Ton und Text während des Gesprächs verarbeitet werden und wo Transkripte gespeichert sind. Viele KI-Dienste nutzen Rechenzentren außerhalb der EU; dann muss eine Grundlage nach Art. 44 ff. DSGVO bestehen, etwa das EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln.

Schweigepflicht. § 203 Abs. 3 StGB erlaubt Ärztinnen und Ärzten, Geheimnisse gegenüber mitwirkenden Dienstleistern zu offenbaren, soweit das für deren Tätigkeit erforderlich ist. Nach § 203 Abs. 4 Satz 2 Nr. 1 StGB machen Sie sich aber strafbar, wenn Sie nicht dafür sorgen, dass der Dienstleister zur Geheimhaltung verpflichtet wird. Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen, zusätzlich zum AVV.

Aufzeichnung. Eine Tonaufnahme ist für die Terminannahme in aller Regel nicht nötig. Transkript und Zusammenfassung genügen. Lassen Sie die Tonspur ausgeschaltet; wer sie einschaltet, braucht einen klaren Zweck, eine Rechtsgrundlage und einen Hinweis zu Beginn des Gesprächs (§ 201 StGB).

Datenschutz-Folgenabschätzung. Die DSFA-Muss-Liste der Datenschutzkonferenz nennt unter Nr. 11 den „Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Verarbeitung personenbezogener Daten zur Steuerung der Interaktion mit den Betroffenen“, als Beispiel ein System, das mit Kunden per Konversation interagiert. Ein KI-Telefonassistent fällt darunter. Gehen Sie deshalb von einer DSFA-Pflicht nach Art. 35 DSGVO aus, zumal Gesundheitsdaten im Spiel sind; für eine kleine Praxis genügt eine kompakte, aber dokumentierte DSFA.

Vertiefung mit Mustertexten: KI-Telefonassistent in der Arztpraxis und Datenschutz sowie der Pillar-Beitrag KI-Telefonassistent und DSGVO.

Was kostet ein KI-Telefonassistent für die Praxis?

Für Praxen entscheiden zwei Zahlen: die Gesprächsminuten im Monat und die gleichzeitigen Anrufe zur Morgenspitze. Ein Tarif mit vielen Minuten, aber nur einer Leitung, hilft montags um 8 Uhr nicht.

Beispiel A, nur Überlauf und Randzeiten: 10 Anrufe am Tag gehen an den Assistenten, je 1,5 Minuten, an 21 Praxistagen. Das sind rund 315 Minuten im Monat.

Beispiel B, Vollabdeckung: 40 Anrufe am Tag, je 1,5 Minuten. Das sind rund 1.260 Minuten im Monat, mit Spitzen von drei bis fünf gleichzeitigen Anrufen.

Anbieter (Stand: Oktober 2026, netto) Beispiel A: 315 Min., ca. 210 Anrufe Beispiel B: 1.260 Min., ca. 840 Anrufe
Agile Voice 314 € 1.259 €
fonio.ai Solo / Team (monatlich) 119 € (Solo) 359 € (Team)
IONOS All-Flat Advanced (99 € inkl. USt.) 83,19 € 83,19 €
sipgate sona Free / Starter 0 € (Free) 69,95 € + Mehrminuten (Starter)
Doctolib KI-Telefonassistent keine öffentlichen Preise keine öffentlichen Preise

Achten Sie bei den Paketen auf die Parallelität: fonio Solo und sipgate Free nehmen laut Preisseiten nur einen Anruf zur selben Zeit an, sipgate Starter zwei, fonio Team drei. Für Beispiel B mit Morgenspitze kommen deshalb nur die größeren Tarife infrage. Telefonie-Gebühren kommen je nach Anbieter hinzu. Die vollständigen Preismodelle und versteckten Kosten erklärt der Beitrag Was kostet ein KI-Telefonassistent?.

Ehrlich eingeordnet: Bei der Vollabdeckung einer gut besuchten Hausarztpraxis sind Minutenpakete oder Pauschalen deutlich günstiger als ein reiner Minutenpreis. Agile Voice passt für Praxen eher, wenn der Assistent gezielt Überlauf, Mittagspause und Abende übernimmt, wenn Sie eigene Schnittstellen anbinden oder auch ausgehende Erinnerungsanrufe planen und den Ablauf bis ins Detail selbst festlegen möchten.

Zum Vergleich mit Personal: Eine zusätzliche Teilzeitkraft für das Telefon kostet schnell 1.500 € und mehr im Monat, ist aber auch für Tresen und Labor einsetzbar. Der Assistent ersetzt keine MFA, er nimmt ihr die Unterbrechungen ab.

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Fertige Gesprächsabläufe zum Kopieren: Ihr Telefonassistent fragt vom ersten Tag an das Richtige und übergibt im richtigen Moment.

  • 7 Gesprächsabläufe mit Begrüßung, Pflichtfragen, Sonderfällen und Übergaberegeln
  • Prompt-Vorlagen und eine globale Grundanweisung, die Sie direkt in Ihren Voice-Agent übernehmen
  • Zu erfassende Daten je Branche als fertige Variablenliste
  • Notfall- und Weiterleitungsregeln, die Sie nicht vergessen sollten

Einführung in der Praxis: sechs Schritte

  1. 1

    Eine Woche Anrufe auswerten

    Strichliste am Empfang: Anliegen, Uhrzeit, Dauer, verpasst ja/nein. Daraus ergeben sich Minuten, Spitzenzeiten und die drei häufigsten Anliegen.

  2. 2

    Umfang festlegen

    Nur Überlauf (bei besetzt), Mittagspause und abends, oder alle Anrufe? Für den Start empfiehlt sich Überlauf plus Randzeiten.

  3. 3

    Ablauf und Wissen vorbereiten

    Begrüßung, Notfallregeln, Pflichtfragen je Anliegen, Weiterleitungsregel, Abschlussversprechen. Dazu ein kurzes Dokument mit Öffnungszeiten, Urlaub, Vertretung, Selbstzahlerleistungen.

  4. 4

    Datenschutz klären

    AVV, Verschwiegenheitsverpflichtung, Datenschutzerklärung, Löschfristen. Aufzeichnung aus lassen.

  5. 5

    Intern testen

    Jede MFA ruft fünfmal an, mit echten Szenarien: Dialekt, ältere Stimme, Angehöriger, Notfall, Rezept mit schwierigem Medikamentennamen. Transkripte lesen, Ablauf nachschärfen.

  6. 6

    Rufumleitung einrichten und auswerten

    In der Telefonanlage eine Umleitung bei besetzt bzw. nach Praxisschluss auf die Nummer des Assistenten einrichten. Die ersten zwei Wochen täglich die Anrufübersicht prüfen und Patienten auf der Website informieren.

Wie andere Branchen den Telefonassistenten einsetzen, vom Handwerk bis zur Kanzlei, zeigt die Übersicht KI-Telefonassistent nach Branchen.

So setzen Sie das mit Agile Voice um

Mit Agile Voice bauen Sie den oben beschriebenen Ablauf im visuellen Editor oder lassen ihn vom KI-Assistenten anhand einer Beschreibung Ihrer Praxis anlegen. Notfallfragen, Pflichtfelder (Name, Geburtsdatum, Anliegen, Medikament, Rückrufnummer) und die Weiterleitung an eine Nummer Ihrer Wahl legen Sie selbst fest. Öffnungszeiten und Vertretungsregeln laden Sie als Dokument in die Wissensdatenbank.

Nach jedem Anruf sehen Sie unter „Agent-Ausführungen“ Transkript, Zusammenfassung und erfasste Daten, filterbar nach Anliegen. Auf Wunsch kommt eine E-Mail mit Zusammenfassung oder eine Push-Nachricht ohne Gesprächsinhalte. Anrufer hören zu Beginn den KI-Hinweis; Tonaufnahmen sind bei neuen Konten ausgeschaltet. Termine bucht der Assistent direkt, wenn Ihr Terminsystem eine HTTP-Schnittstelle hat oder Sie Calendly nutzen (Einrichtung derzeit mit unserer Hilfe); fertige Anbindungen an Praxisverwaltungssoftware gibt es nicht.

Wichtig für die Datenschutzdokumentation: Voice-Agents, Transkripte und gegebenenfalls Aufnahmen liegen auf Servern in Nürnberg. Für Sprache und Dialog verarbeitet ein KI-Dienstleister in den USA Ton und Text während des Gesprächs, abgesichert über Standardvertragsklauseln und das EU-US Data Privacy Framework, ohne Training mit Ihren Daten. Ihre Rufnummer bleibt bei Ihrem Telefonieanbieter.

Häufige Fragen

Darf ein KI-Telefonassistent in der Arztpraxis Gesundheitsdaten aufnehmen?

Ja, wenn die Praxis als Verantwortliche die Voraussetzungen schafft: Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, Verpflichtung des Dienstleisters zur Verschwiegenheit nach § 203 Abs. 4 StGB, Information der Patienten und Beschränkung auf das Nötige. Der Agent sollte nur abfragen, was für Termin oder Rückruf erforderlich ist, keine Diagnosen oder Krankengeschichte.

Kann der KI-Telefonassistent direkt in meine Praxissoftware buchen?

Nur, wenn Ihre Praxisverwaltungssoftware oder Ihr Online-Terminsystem eine Schnittstelle bietet, die der Assistent ansprechen darf. Viele Praxen starten deshalb mit einer strukturierten Rückrufliste oder buchen in ein separates Online-Terminsystem. Fragen Sie Ihren Softwarehersteller nach einer API für Terminabfrage und -buchung.

Was passiert, wenn ein Patient einen Notfall meldet?

Der Ablauf fragt zu Beginn, ob es sich um einen Notfall handelt, und reagiert auf Stichworte wie Brustschmerz, Atemnot oder Bewusstlosigkeit. Dann nennt der Agent sofort die 112 und beendet das Gespräch oder leitet an eine festgelegte Nummer weiter. Eine medizinische Einschätzung trifft der Assistent nicht.

Merken Patienten, dass sie mit einer KI sprechen?

Ja, und das ist Pflicht: Seit 2. August 2026 verlangt Art. 50 der KI-Verordnung, dass Menschen erfahren, wenn sie mit einem KI-System interagieren. Ein Satz in der Begrüßung genügt. Wichtig ist, dass Patienten jederzeit einen Rückruf durch das Praxisteam wünschen können.

Was kostet ein KI-Telefonassistent für eine Hausarztpraxis?

Das hängt von der Anrufzahl, der Gesprächsdauer und dem Einsatzumfang ab. Eine Praxis, die nur Überlauf und Randzeiten mit rund 300 Minuten im Monat abdeckt, zahlt je nach Anbieter zwischen etwa 0 und 300 € netto; bei Vollabdeckung mit 1.000 Minuten und mehr sind Pakete mit mehreren parallelen Anrufen meist günstiger als Minutentarife.

Darf der KI-Telefonassistent eine telefonische Krankschreibung ausstellen?

Nein. Die telefonische Feststellung der Arbeitsunfähigkeit nach der AU-Richtlinie ist eine ärztliche Entscheidung im Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Der Assistent kann den Wunsch aufnehmen und einen ärztlichen Rückruf veranlassen, mehr nicht.

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Quellen

  1. Art. 9 DSGVO – Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten
  2. § 203 StGB – Verletzung von Privatgeheimnissen
  3. Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 50
  4. DSK: Liste der Verarbeitungstätigkeiten, für die eine DSFA durchzuführen ist (Version 1.1)
  5. G-BA: Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie
  6. 116117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst
  7. fonio.ai Preise
  8. IONOS KI-Telefonassistent

Redaktion Agile Voice

Wir entwickeln Agile Voice in Deutschland und schreiben hier aus der täglichen Arbeit mit unseren Kundinnen und Kunden. Jeder Artikel wird fachlich geprüft und aktualisiert, wenn sich Gesetze, Preise oder Funktionen ändern.

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